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Der Schnupfen
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf daß er sich ein Opfer fasse - und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm. Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" und hat ihn drauf bis Montag früh. (Christian Morgenstern)
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Anstrengungsvermeiderin
Heute eine Diskussion mit einem Turnlehrer gehabt, weil grad das Thema Notenfindung aktuell ist. Ihm gehts um Leistungszuwächse. Ich hab protestiert. Er meint, Schüler sollen etwas tun müssen, nicht Leistung vortäuschen oder sich verstecken, wenn der Lehrer grad nicht hinschaut. Als ehemals geplagte Nichtgernturnerin, eigentlich Überhauptnichtgernturnerin, hab ich gleich wieder Magenverstimmung bekommen. Hab seinerzeit einige Verletzungen von Mitschülerinnen bei unserem Turnunterricht miterlebt. Kann mir wer schlüssig erklären, warum ich mich dem aussetzen soll? Und zweitens: wenn eine/r schon sehr gut ist, warum soll derdie immer noch immer besser werden müssen? Ich meine, irgendwann muss die Leistung doch ausreichen, oder? Und dann hab ich weitergedacht. Wie ist das in anderen Fächern? Da muss doch auch irgendwann die Leistung reichen für ein "Sehr gut", oder? Wieso wird zwingend vorgeschrieben, dass alle sich immer in der Schule anstrengen müssen? Warum kann eine Begabung in einem Fach nicht einfach für die Bestnote ausreichen (in Mathe ist es klar: vier Beispiele zur Schularbeit, alle gelöst, sehr gut. - Wird einem Hochbegabten ein fünftes Beispiel abverlangt?)? Warum muss immer alles (ich liebe Überzeichnungen und Verallgemeinerungen!) mit Anstrengung verbunden sein? Und dann immer noch weitergedacht an eigene Erfahrungen, zum Beispiel an verschiedene Jobs. Wo mir mehrmals gesagt wurde: "Ja, Sie machen alles gut, was wir von Ihnen verlangen. Aber wir haben das Gefühl, dass Sie noch mehr geben könnten. Bei Ihnen ist noch mehr drin." Ja, wo samma denn? Wer sagt denn, dass ich in einem Job alles geben muss? Da gehts meiner Meinung nach um Leistung und Gegenleistung und nicht um hektische Selbstaufgabe zum Gefallen der Vorgesetzten! Wenn ich einem Fliesenleger einen Pauschalbetrag zahle, damit er mein Bad verfliest, macht er ja auch nicht gleich die Küche dazu, nur damit ich eine zufriedene Kundin bin, oder kennt jemand so einen? (Bitte die Telefonnummer in den Kommi schreiben.) Möglicherweise seh ich was falsch. Aber derzeit will mir scheinen, dass unsere Kinder vom Kindesalter an darauf trainiert werden, dass sie sich ihr Leben lang anstrengen müssen. Und deshalb nehmen sie später so vieles als selbstverständlich hin, das sie eigentlich hinterfragen sollten. So. Eure Meinung ist gefragt.
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Fundstücke aus dem Augustin 286
Es gibt Es gibt Tage, die sind Zwiebel, und es gibt Tage, die sind Kakao. Dazwischen muss man sich ausrasten. Manchmal Manchmal macht das Leben so Klumpen, da hilft noch schneller umrühren auch nichts. Spiel dich Spiel dich von Zeit zu Zeit mit deinen alten Senftuben. Wirst sehen, wie schön das ist.
(Raoul Starka)
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Weihnachtsgeschichte
Ein älterer Mann in Phoenix ruft seinen erwachsenen Sohn in New York an und sagt am Telefon: "Ich hasse es, dir deinen Tag zu verderben, aber ich muss dir mitteilen, dass deine Mutter und ich dabei sind, uns scheiden zu lassen. Fünfundvierzig Jahre Elend sind einfach genug!" "Vater, was redest du denn da?" schreit der Sohn entsetzt in den Hörer. "Wir halten gegenseitig unseren Anblick nicht mehr aus," sagt der alte Mann. "Wir sind einander überdrüssig und es macht mich krank, auch nur darüber zu erzählen. Also rufe deine Schwester in Chicago an und sag du es ihr!" und er hängt auf. Voller Bestürzung ruft der Sohn seine Schwester an, die bei der Nachricht explodiert: "Was um alles in der Welt glauben sie denn? Sie wollen sich scheiden lassen? Warte, ich regle das!" Augenblicklich ruft sie in Phoenix an und schreit den alten Vater an: "Ihr lasst euch NICHT scheiden, hörst du? Ihr tut nichts, bis ich da bin. Ich rufe gleich meinen Bruder zurück und wir werden beide morgen bei euch eintreffen. Bis dahin unternehmt ihr nichts, hast du mich verstanden?" Während der alte Mann den Hörer auflegt, dreht er sich zu seiner Frau und sagt: "Sie kommen beide zu Weihnachten, Liebling, und ihren Flug zahlen sie auch selber."
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Genau!
Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen. (Buckminster Fuller)
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Schlechte Nachrichten zum Staatsfeiertag!
Folgendes email erreichte mich vor kurzem:
Wagenplatz Hafenstraße soll am Mittwoch, den 27.10.2010 geräumt werden!
Die Stadt Wien will die Wagenburg Hafenstraße in den nächsten Tagen ohne offizielle Vorankündigung und innerhalb von wenigen Stunden räumen lassen. So kann und darf das nicht gehen! Wir stehen und wohnen hier seit eineinhalb Jahren. Der Mieter des Grundstücks hat keine Probleme mit uns und unterstützt uns in Form einer wünschenswerten, nachbarschaftlichen symbiotischen Beziehung. So kam von Seiten der Grundstücksbesitzerin, der Stadt Wien, bisher keine Verlautbarung, dass unser Aufenthalt hier irgendein Problem darstellen könnte. Aus informellen Quellen haben wir nun erfahren, dass wir in den kommenden Tagen unauffällig geräumt werden sollen. Dass die Räumung gleichzeitig mit Beginn der rot-grünen Koalitionsverhandlungen vonstatten gehen soll, zeigt, dass wir als Spielball für politische Machtinteressen geopfert werden.
Kaum sind die Wahlen vorüber, haben Wagenplätze in der Stadt Wien scheinbar keine Daseinsberechtigung mehr. Nach der Wagentruppe Treibstoff vergangenen Donnerstag steht nun das nächste Wagenplatz-Projekt vor der Räumung.
Die Wagentruppe Treibstoff wurde am 21.10.2010 unangekündigt innerhalb von wenigen Stunden polizeilich geräumt und zahlreiche Wohnwägen sind seit mehreren Tagen unter Verschluss. 15 Personen sind dadurch de Facto von heute auf morgen obdachlos und im Nachkommen ihrer alltäglichen Verpflichtungen stark behindert.
Der Wagenlatz Lobau (die legale Alternative) wurde komplett hinters Licht geführt. Verträge für ein unverschämt teures Grundstück wurden ausgehandelt, aber die MieterInnen im Unwissen gelassen, dass einen Meter neben der Grundstücksgrenze eine dreijährige, 24-Stunden Großbaustelle aufgezogen wird. Am Morgen des 18.10.2010 wurden die WagenbewohnerInnen von Baumaschinen geweckt.
Wir, die Wagenburg Hafenstraße, haben soeben erfahren, dass uns in den nächsten Tagen das gleiche Schicksal wie der Wagentruppe Treibstoff ereilen soll. Warum die Stadt Wien jetzt droht, uns in kürzester Zeit räumen zu lassen und aus unserem Leben zu reißen, ist nicht nachvollziehbar. Und warum uns nicht die Möglichkeit gegeben werden soll, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden, ist ungerecht und unmenschlich. Sollte es in den nächsten Tagen zu dieser Räumungsaufforderung binnen 20 Minuten kommen, wird einmal mehr deutlich wie unmöglich die Forderungen der Exekutive an uns sind. Wir können aus mehreren Gründen diesen Platz nicht innerhalb so kurzer Zeit verlassen:
1.Stehen wir hier seit 18 Monaten und haben dadurch verständlicherweise nicht all unser Hab und Gut innerhalb von wenigen Minuten fahrbereit 2.Ist die von der Stadt angebotene Alternative im 22. Bezirk ein so kleines Grundstück, dass dort gar nicht alle von uns Platz fänden. 3.Stehen auch wir (alle im Alter von 22 bis 42 Jahren) noch anders im Leben, so dass es uns nicht möglich in so kurzer Zeit einen Umzug zu organisieren.
Wir fordern die Verantwortlichen, Herrn Kauf und Frau Winkler von der MA 69 auf, umgehend mit uns in Kontakt zu treten, um anhängenden Prekariatsvertrag in dieser oder ähnlicher Form zu unterzeichnen. Der Winter steht vor der Tür, auf diesen haben wir uns und unsere Infrastruktur hier, in der Hafenzufahrtsstraße bereits eingestellt. Somit wollen wir zumindest für die kommenden Monate hier stehen bleiben.
Wir laden alle PressevertreterInnen und Interessierte ein, uns in der Wagenburg Hafenstraße besuchen zu kommen. Jeden Tag von 09:00 ? 12:00 oder nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 0650 561 61 85 bzw. per E-mail hafenstrasze@wagenplatz.at.
Die Wiener Wagenplätze sind ein wichtiger und notwendiger Bestandteil von Wien. Besonders der Standort Hafenzufahrtsstraße 60 ist geeignet einen offenen, vielfältigen und legalen Wagenplatz zu ermöglichen.
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Wagenburg Wien-Hafenstrasse - Presseaussendung 18. 10. 2010
06:28 Uhr, 19. Oktober 2010. Zwei Meter neben meinem Fenster fährt ein Bulldozer. oder Nach der Wahl braucht es in Wien keine Wagenburgen mehr. oder Wer hat uns verraten?Sozialdemokraten! So abgedroschen der letzte Satz auch ist, die Realität ist leider genauso derb: Drei Monate nachdem wir die erste legalisierte Wagenburg auf einem überteuerten Grundstück der Stadt Wien geschaffen haben zufälligerweise eine Woche nach der Wahl – ist der Frieden wieder vorbei. Am 18. Oktober 2010 wurden unmittelbar angrenzend an unsere Wagenburg ca. 5000m² des Naturschutzgebietes Lobau zersägt, zerhexelt und plattgemacht. Einen Meter neben uns entsteht für die nächsten 3(!) Jahre eine Großbaustelle. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, Flutlicht, Lärm und Staub, geplant seit Jahren. Uns wurde das allerdings bis dato verschwiegen, wir wurden hintergangen. Das bedeutet: die letzten Jahre unserer Verhandlungen, die letzten Monate in denen wir an den behördlichen Bewilligungen und der Herstellung der nötigen Infrastruktur wie Wasser, Kanal und Stromanschlüssen gearbeitet haben und die dazu notwendigen, von uns investierten 15.000.Euro – schwuppdiwupp schwappt alles den Sammelkanal hinunter. Die Lebensqualität hier ist dahin – wer lebt schon gerne auf der Großbaustelle. Die Wiener SPÖ, personifiziert durch den Vertreter von Michael „Big Brother“ Ludwig Ronald Schlesinger hat uns verarscht, und zwar nach Strich und Faden. Das müssen wir uns eingestehen. Wir haben an den Willen der SPÖ eine Lösung für Wagenbewohner*innen in Wien zu finden geglaubt und bezahlen hiermit unser Lehrgeld. An uns scheitert es nicht, das haben wir bewiesen. Damit lautet das Resultat nach 4 Jahren öffentliches Wagenleben in Wien (und 3 Jahren Verhandlungen darüber): 3 besetzte Wagenburgen und keine Legalisierte. Mit Repression ist zu rechnen, mit Zivilcourage auch.
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Fundstück aus dem Internet - die Versicherung wills wissen
Diesen Text schrieb eine Versicherungsnehmerin an ihre Versicherung. Sie wurde aufgefordert, zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass ein Sturmschaden an ihrem Gartenzaun entstanden ist. Sie fühlte sich wohl etwas verarscht:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie fordern eine Begründung wie es dazu kam, das mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch gezwungen bin zu antworten, um meinen Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:
"Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol).
Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs" . An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ("Tiefs" .
Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck, je größer die Druckunterschiede sind, um so schneller bewegt sich die Luft mit 6 Km/h, nennt man das Wind.
Ab 75 Km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 Km/h Orkan. So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden. Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor. Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbeikam.
Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden. Das jedoch ließ mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen. Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muss mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat ihre Chance sofort genutzt und meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte.
Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real zugetragen hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer dass an dem Tag in Asterode - wie in ganz Deutschland - Sturm war.
Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder Ihrer Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen"
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Numerus austriacus medicinalis
Der Ansturm deutscher StudentInnen macht unseren Medizinunis schwer zu schaffen! Das Problem: wir müssen deutsche BewerberInnen gleich behandeln wie die ÖsterreicherInnen. Die Lösung: Der Numerus austriacus medicinalis. Ein Eignungstest aus neun Fragen, der deutsche und österreichische BewerberInnen mit völlig identischen Fragen aus dem praktischen medizinischen Alltag konfrontiert. Die dezente Heranziehung minimal identitätsstiftender Austriazismen muss dabei erlaubt sein! Die Eignungstestfragen: 1. Ein wamperter Tschecherant steht blunznfett mit einer Eitrigen auf einem Fensterbankl im Mezzanin. Sind notfallmedizinische Maßnahmen aus ärztlicher Sicht angezeigt? 2. Darf raunzendes Pflegepersonal scheanglnden Tachinierern ein Jaukerl geben, während diese büseln? 3. Ein Zniachtl von einem Patienten verkutzt sich: seine Birne sieht plötzlich aus wie ein Paradeiser. Ist es korrekt, die Birne des Patienten einzufaschen, sollte man ihm ein Pulverl geben oder reicht es, wenn er ein gutes Papperl bekommt? 4. Wären die obgenannten Methoden geeigneter, wenn unser Patient statt dem Friedhofsjodler ein Schlagerl gehabt hätte? 5. Muss jemand mit marodem Beuschl, der fesch weitertschickt, den Löffel abgeben? 6. Ein schaasaugerter Patient reißt einen Stern. Nach dem Buserer hat er einen Dippel. Er hat einen ziemlichen Fetzen. Er speibt sich in der Notaufnahme an. Kann zum Entfernen des Gespiebenen auch der Fetzen des Patienten verwendet werden? Wenn nein - warum nicht? 7. Ein verwoadaglter Straßenmusiker kommt mit einer Quetschn am Arm ins Spital. Die Quetschn wird aber nicht behandelt. Kann er mit der Quetschn am nächsten Tag wieder musizieren? 8. Ein Chirurg darf nicht tramhappert sein, sondern muss bei seiner Hackn aufpassen wie ein: a. Schuhmacher b. Engelmacher c. Haftelmacher 9. Unterm Bett eines Patienten liegt ein Lurch. Was tun Sie? a. Lassen Sie die Station evakuieren und verständigen das amphibische Institut. b. Sie versuchen mit Hilfe des Patienten den Lurch zu fangen. c. Sie rufen den Reinigungsdienst und lassen auch gleich den Nachtscheam ausleeren.
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Die lange Nacht der Museen
Ein Abend im Fluss. Eigentlich habe ich mich im Kunst Haus Wien getroffen, weil ich einen Transport organisieren musste. Bei der Gelegenheit kam ich am Atelier Hundertwassers und an seiner Dachterrasse vorbei. Und dann wurde mir, unvorhergesehen, eine Freikarte für die Lange Nacht der Museen in die Hand gedrückt. Da war ich schon lange nimmer unterwegs, muss ich sagen. Machen die jetzt toll, mit eigenem Bücherl, wo alles genau drin steht, und es gibt extra Autobuslinien, die zu den entlegeneren Platzerl führen. (Und wo nette Menschen Naschereien austeilen. Aber das nur nebenbei.) Also gab ich mir gleich vor Ort die Hundertwasser-Ausstellung; und weil mir dort besonders die Tapisserien gefielen - wusste ich gar nicht, dass er auch dafür entworfen hat! -, beschloss ich meiner Tour einen textilen Schwerpunkt zu verpassen. Die Urania-Sternwarte, die ich auch gern hätte sehen wollen, verzwickte ich mir nach einem Blick auf den wolkenverhangenen Himmel leichten Herzens. Und zack! in den bereitstehenden Autobus gehupft und zum MAK gefahren. Dort vergnügte ich mich eine Zeitlang aufs beste (Tapisserie, Spitzen, Wienerlieder, Upcycling-Modenschau und Rumkugel-Bahn), bevor ich in den, zufällig wieder bereitstehenden, Autobus hupfte und bis zur Oper fuhr. Dort gab ich mir via Bildschirm ein bisserl Donizetti, bevor ich zum Backhausen Textilmuseum latschte und mir dort Muster der Wiener Werkstätte (Jugendstil) ansah. Schon schöne Sachen, dort. Danach war ich eigentlich schon müde und überlegte, ob ich die Serviettenausstellung im Hofmobiliendepot nicht doch lieber mit den versprochenen Pressekarten machen sollte, als sich an der Kreuzung eine Frau näherte: die liebe I. "Machst du auch die Museen?" "Ja, aber ich fang erst an. Ich hab noch kein Ticket." Und schon hatte sie eines, und ich fuhr nach Hause, um die Füße hochzulegen.
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Hoppla - ich hab euch des Teufels K unterschlagen!
Kapitalismus: Nach unzähligen Laborversuchen an Mäusen wissenschaftlich bestätigt erfolgreichste Wirtschafts- und Gesellschaftsform. Die Ratten, welche man in den Mäusekäfig setzte, setzten sich immer durch. Katholik: Christlicher Hedonist, der die Idee der Sünde kultiviert hat, um den Reiz ihrer Übertretung besser genießen zu können, im Gegensatz zum Protestanten, der das alles ernst nimmt. Der Katholik hat Spaß an Sex, Mord und Verschwendung, nicht obwohl, sondern weil es ihm seine Religion verbietet, während der Protestant, füchsisch schlau und ochsisch leidenschaftslos, seine Lieblingssünde, das Geldscheffeln, zur Haupttugend gemacht hat, und mangels Interesse nichts riskiert bei der Vermeidung der restlichen Sünden. Kinder: In armen Ländern: Zweibeiner, die zur Altersvorsorge und zur Tradierung der Kultur gezüchtet werden. In reichen Ländern: Zweibeiner, die zum Kitten auseinander brechender Beziehungen, fürs Bedürfnis nach Verantwortung und zur Tradierung von Neurosen gezüchtet werden. Oft geht die Ambition damit einher, den Eltern zu beweisen, es mit den eigenen Kindern besser zu machen. Dass Kinder in der Regel ihre Großeltern bevorzugen, zeugt vom tragischen Scheitern dieses Ehrgeizes. Knallkörper: Akustische Freude, die beschränkte Jugendliche sich selbst und den Kriegsflüchtlingen der Stadt machen. Konsumverzicht: Der Verzicht wohlhabender Menschen auf das Drittauto mit der pädagogischen Absicht, weniger wohlhabende Menschen in ihrer Gier nach dem Zweitauto zu blamieren. Kreuzworträtsel: Geometrisch angelegte Müllhalde des Faktenwissens.
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Zum Nachdenken - erster Teil
Die gesamte Gesellschaft opfert immer mehr Zeit für einen Verkehr, der es ihr angeblich ermöglichen soll, Zeit zu sparen. Der typische Amerikaner zum Beispiel widmet seinem Auto 1500 Stunden im Jahr: er sitzt darin, wenn es fährt oder parkt, er arbeitet, um es zu bezahlen, um das Benzin, die Reifen, Wegegebühren, die Versicherung, die Strafmandate und die Steuern zu bezahlen. Er widmet also seinem Auto vier Stunden pro Tag, ganz gleich, ob er es benutzt, sich mit ihm beschäftigt oder es arbeitet. Dabei sind noch nicht einmal alle seine am Verkehr orientierten Aktivitäten eingerechnet: Die Zeit, der er im Krankenhaus, vor Gericht oder in der Garage verbringt, die Zeit, die er damit zubringt, im Fernsehen die Automobilwerbung zu betrachten, die Zeit, die er verwendet, um das Geld für Ferienreisen zu verdienen usw. Dieser Amerikaner braucht 1500 Stunden, um eine Wegstrecke von 10000 km zurückzulegen; für 6 km braucht er also eine Lebensstunde. (aus: Ivan Illich: Selbstbegrenzung. Eine politische Kritik der Technik. Rowohlt 1973)
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